Was ist Parkinson?

Die Parkinson-Krankheit gehört zu den häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. In Deutschland leben schätzungsweise zwischen 300.000 und 400.000 Betroffene, jedes Jahr kommen bis zu 20.000 Neuerkrankungen hinzu. Die Häufigkeit von Parkinson steigt im Alter. Die meisten erkranken zwischen dem 50. und 79. Lebensjahr. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.  

Bislang ist keine Heilung der Parkinson-Krankheit möglich. Durch spezielle Parkinson-Medikamente und unterstützende Therapien kann das Fortschreiten der Krankheit jedoch hinausgezögert werden. Die Lebenserwartung von Parkinson-Patienten ist meist ebenso hoch wie bei gesunden Menschen.

Weiterführende Informationen:

Die ersten Anzeichen von Parkinson

Die ersten Anzeichen können sehr unspezifisch sein, treten sie jedoch in Kombination auf, lassen sie schnell auf die Diagnose Morbus Parkinson schließen. Zu den häufigsten Frühsymptomen gehören:

Einige Anzeichen deuten eindeutig auf Parkinson hin.

  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Starke Schmerzen im Nacken-Schulter-Bereich
  • Veränderung der Handschrift (wird kleiner)
  • Bewegungseinschränkungen im Alltag
  • Haltungs- und Gangstörungen
  • Verdauungsstörungen
  • Schweißausbrüche
  • Verschlechterung des Geruchssinns
  • leise, monotone Sprache
  • Veränderung der Mimik

Treten mindestens zwei dieser Frühsymptome auf, ist eine Untersuchung auf Morbus Parkinson sinnvoll. Je früher die Erkrankung festgestellt wird, desto besser und schneller kann sie behandelt werden.

Eine umfassende Übersicht der Symptome finden Sie im Menü-Punkt Parkinson Symptome

Bei der Parkinson Krankheit, die auch als „Schüttellähmung“ bekannt ist, unterscheidet man zwischen dem idiopathischen Parkinson Syndrom (IPS), der am häufigsten auftretenden Ausprägung sowie dem familiären, dem sekundären (symptomatischen) und dem atypischen Parkinson Syndrom.

Idiopathisches Parkinson Syndrom (IPS)

Parkinson beginnt mit der Schädigung der Schwarzen Substanz. Hier sterben Nervenzellen ab. In etwa 80 Prozent der Fälle tritt das idiopathische Parkinson Syndrom auf. Idiopathisch bedeutet, dass der Krankheit keine greifbare Ursache zugrunde liegt.

Dopamin ist an Steuerungsvorgängen von Bewegungen beteiligt
Ausgangspunkt von Parkinson ist ein spezieller Bereich des Mittelhirns, die so genannte Schwarze Substanz oder Substantia nigra. Hier befinden sich spezielle Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dopamin ist wesentlich an den Steuerungsvorgängen von Bewegungen beteiligt.

Dopamin-produzierende Nervenzellen sterben ab
Bei Parkinson-Erkrankten sterben aus bislang unbekannten Gründen genau diese dopamin-produzierenden Nervenzellen ab. In der Folge kommt es zu einem Ungleichgewicht der Botenstoffe und einer Störung der Basalganglien. Diese steuern die Impulsübertragung der Nerven an den Bewegungsapparat.

Dopaminmangel führt auf Dauer zu Parkinson-Symptomen
Für eine bestimmte Zeit kann der Körper mit dem Mangel an Dopamin auskommen. Erst, wenn mehr als 50 Prozent der Zellen abgestorben sind, treten die für eine Parkinson Erkrankung typischen äußerlich erkennbaren Symptome in Erscheinung. Hierzu zählen eine Verlangsamung der Bewegung, Muskelsteifigkeit (Rigor) und Zittern (Tremor). Genau aus diesem Grund leben viele Betroffene schon lange Zeit mit der Krankheit, ehe die Diagnose Parkinson gestellt wird.  

Familiäres Parkinson Syndrom

Das familiäre Parkinson Syndrom ist selten, nur in etwa fünf bis zehn Prozent aller Fälle wird die Krankheit vererbt. Im Vergleich zum idiopathischen Parkinson-Syndrom, bei der die Ursache unbekannt ist, liegt bei dieser Form ein genetischer Defekt vor. Dieser ruft die gleichen Symptome hervor.

Betroffene sind häufig weit unter 50 Jahre
Kennzeichnend für diese Sonderform von Morbus Parkinson ist, dass die Betroffenen bei Ausbruch der Krankheit meist deutlich jünger als 50 Jahre alt sind. In Einzelfällen tritt die erbliche Parkinson-Variante schon im dritten Lebensjahrzehnt auf.

Es gibt Anzeichen, dass bei familiären Parkinson-Fällen eine Chromosomenveränderung vorliegt. Durch eine Genmutation verändert sich der Stoffwechsel, so dass die Schwarze Substanz im Gehirn zerstört wird. 

Von einer Erblichkeit der Erkrankung wird erst dann gesprochen, wenn mehr als zwei Krankheitsfälle in einer Familie vorhanden sind. Wird eine Parkinson-Betroffene schwanger, ist es im Rahmen der Schwangerschaftsfrüherkennung möglich, das Ungeborene auf Genfehler zu untersuchen. Doch selbst in Familien mit mehr als zwei Parkinson-Patienten muss es nicht sein, dass das ungeborene Kind einmal an Parkinson erkrankt.

Weitere Informationen zu Parkinson und Schwangerschaft

Sekundäres Parkinson Syndrom

Einige Krankheiten können Symptome auslösen, die dem Parkinson Syndrom stark ähneln. Diese Erkrankungen werden als sekundäres oder auch symptomatisches Parkinson Syndrom bezeichnet, obwohl es sich nicht um die klassische Form von Morbus Parkinson handelt. Eine dieser Krankheiten ist beispielsweise eine Gefäßerkrankung, die sich durch Verkalkungen von kleinen Gehirngefäßen unter der Hirnrinde äußert und zu Parkinson-Symptomen führt.

Medikamente können sekundäres Parkinson Syndrom auslösen 
Auch Medikamente können das sekundäre Parkinson Syndrom auslösen. Besonders häufig sind Neuroleptika wie Haloperidol der Grund, da diese für eine Senkung des Dopaminspiegels sorgen. Neuroleptika werden zur Behandlung von Psychosen eingesetzt, die durch einen Dopaminüberschuss ausgelöst werden. Medikamente mit dem Wirkstoff Metoclopramid, die bei starker Übelkeit angewendet werden, können ebenfalls zur Entstehung des sekundären Parkinson Syndroms führen. Der Wirkstoff Flunarizin zur vorbeugenden Behandlung von Migräne steht ebenso wie der bei Hirnschwäche eingesetzte Wirkstoff Cinnarizin unter dem Verdacht, zu Parkinson-Symptomen zu führen. Ein durch Medikamente ausgelöstes, sekundäres Parkinson Syndrom kann wieder zurückgehen, wenn das Arzneimittel nicht mehr eingenommen wird.

Giftstoffe als Ursache
Neben Medikamenten können auch giftige Stoffe für die Entstehung des sekundären Parkinson Syndroms verantwortlich sein. Hierzu gehören insbesondere Kohlenmonoxid und Mangan-Staub.

Gehirnverletzungen können weiterer Grund sein 
Weitere Ursachen für das sekundäre Parkinson Syndrom sind Gehirnverletzungen, die durch Unfälle oder Tumore entstehen. Nicht selten löst auch ein Schlaganfall parkinsonähnliche Symptome aus. Bei Patienten mit ausgebrochenem Aids kann es zu einer Entzündung des Gehirns kommen, was Symptome von Parkinson auslösen kann.

Atypisches Parkinson Syndrom

Das atypische Parkinson Syndrom entsteht durch vorhandene Multisystem-Erkrankungen, bei denen andere Nervenerkrankungen im Vordergrund stehen. Es sind mehrere Hirnbereiche betroffen und somit auch die Symptome komplexer. In Frage kommen sowohl die Multisystematrophie (MSA), die Lewy-Körperchen-Demenz, die kortikobasale Degeneration (CBD) als auch die progressive, supranukleäre Blickparese (PSP). In der Medizin ist oftmals die Rede von Parkinson-Plus, da die Symptome nicht oder nur selten auf die Behandlung mit Dopamin ansprechen.

Die Symptome beim atypischen Parkinson Syndrom sind umfangreicher, da zu denen des idiopathischen Parkinson noch weitere hinzukommen.

Letzte Aktualisierung: 11.03.2015