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Was ist Parkinson?

  1. » Die ersten Anzeichen von Parkinson
  2. » Idiopathisches Parkinson (IPS)
  3. » Familiäres Parkinson Syndrom
  4. » Sekundäres Parkinson Syndrom
  5. » Atypisches Parkinson Syndrom

Parkinson gehört zu den häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. In Deutschland leben schätzungsweise zwischen 300.000 und 400.000 Betroffene, jedes Jahr kommen bis zu 20.000 Neuerkrankungen hinzu. Durch spezielle Parkinson Medikamente und unterstützende Therapien liegt die Lebenserwartung von Parkinson-Patienten ebenso hoch wie bei gesunden Menschen.

Die ersten Anzeichen von Parkinson

Die ersten Anzeichen können sehr unspezifisch sein, treten sie jedoch in Kombination auf, lassen sie schnell auf die Diagnose Morbus Parkinson schließen. Zu den häufigsten Frühsymptomen gehören:
Parkinson Anzeichen

  • Depressionen
  • Schlafstörungen
  • Starke Schmerzen im Nacken-Schulter-Bereich
  • Veränderung der Handschrift (wird kleiner)
  • Bewegungseinschränkungen im Alltag
  • Haltungs- und Gangstörungen
  • Verdauungsstörungen
  • Schweißausbrüche
  • Verschlechterung des Geruchssinns
  • leise, monotone Sprache
  • Veränderung der Mimik

Treten mindestens zwei dieser Frühsymptome auf, ist eine Untersuchung auf Morbus Parkinson sinnvoll. Je früher die Erkrankung festgestellt wird, desto besser und schneller kann sie behandelt werden.

Bei der Parkinson Krankheit, die auch als „Schüttellähmung“ bekannt ist, unterscheidet man zwischen dem idiopathischen Parkinson Syndrom (IPS), der am häufigsten auftretenden Ausprägung, sowie dem familiären, dem sekundären (symptomatischen) und dem atypischen Parkinson Syndrom.

Idiopathisches Parkinson (IPS)

Idiopathisches Parkinson SyndromIn etwa 80 Prozent der Fälle tritt das idiopathische Parkinson Syndrom auf. „Idiopathisch“ bedeutet, dass die Ursache der Erkrankung unbekannt ist. In einem speziellen Bereich des Mittelhirns, der Schwarzen Substanz oder Substantia nigra, sterben Nervenzellen ab, die für die Dopaminproduktion zuständig sind. Dadurch kommt es zu einem Ungleichgewicht der Botenstoffe und Störung der Basalganglien, die die Impulsübertragung der Nerven an den Bewegungsapparat steuern. Erst wenn mehr als 50 Prozent dieser Zellen abgestorben sind, treten die für eine Parkinson Erkrankung typischen Symptome wie Verlangsamung der Bewegung, Muskelsteifigkeit (Rigor) und Zittern (Tremor) auf. In der Regel beginnt die Erkrankung zwischen dem 55. und dem 65. Lebensjahr, Frauen und Männer sind nahezu gleichermaßen betroffen.

Familiäres Parkinson Syndrom

Familiäres Parkinson SyndromDas familiäre Parkinson Syndrom ist selten, nur in etwa fünf bis zehn Prozent aller Fälle wird die Krankheit vererbt. Kennzeichnend für diese Sonderform von Morbus Parkinson ist, dass die Betroffenen bei Ausbruch der Krankheit meist deutlich jünger als 50 Jahre alt sind. In Einzelfällen tritt die erbliche Parkinson-Variante schon im dritten Lebensjahrzehnt auf.

Es gibt Anzeichen, dass bei familiären Parkinson-Fällen eine Chromosomenveränderung vorliegt. Durch eine Genmutation verändert sich der Stoffwechsel, so dass die Schwarze Substanz im Gehirn zerstört wird. Eine weitere genetische Veränderung bei Parkinson-Patienten sorgt für eine übermäßige Bildung von Ubiquitin. Dieser Zellstoff findet sich in den Lewy-Körperchen, welche wiederum nur bei Krankheitsbildern im Bereich der Melaninzellen vorhanden sind..

Von einer Erblichkeit der Erkrankung wird erst dann gesprochen, wenn mehr als zwei Krankheitsfälle in einer Familie vorhanden sind. Wird eine Parkinson-Patientin schwanger, ist es im Rahmen der Schwangerschaftsfrüherkennung möglich, das Ungeborene auf Genfehler zu untersuchen. Doch selbst in Familien mit mehr als zwei Parkinson-Patienten muss es nicht sein, dass das ungeborene Kind einmal an Parkinson erkrankt.

Sekundäres Parkinson Syndrom

Einige Krankheiten können Symptome auslösen, die dem Parkinson Syndrom stark ähneln. Diese Erkrankungen werden als sekundäres oder auch symptomatisches Parkinson Syndrom bezeichnet, obwohl es sich nicht um die klassische Form von Morbus Parkinson handelt. Eine dieser Krankheiten ist beispielsweise eine Gefäßerkrankung, die sich durch Verkalkungen von kleinen Gehirngefäßen unter der Hirnrinde äußert und zu Parkinson Symptomen führt.

Auch Medikamente können das sekundäre Parkinson Syndrom auslösen. Besonders häufig sind Neuroleptika wie Haloperidol der Grund, da diese für eine Senkung des Dopaminspiegels sorgen. Neuroleptika werden zur Behandlung von Psychosen eingesetzt, die durch einen Dopaminüberschuss ausgelöst werden. Medikamente mit dem Wirkstoff Metoclopramid, die bei starker Übelkeit angewendet werden, können ebenfalls zur Entstehung des sekundären Parkinson Syndroms führen. Der Wirkstoff Flunarizin zur vorbeugenden Behandlung von Migräne steht ebenso wie der bei Hirnschwäche eingesetzte Wirkstoff Cinnarizin unter dem Verdacht, zu Parkinson Symptomen zu führen. Ein durch Medikamente ausgelöstes, sekundäres Parkinson Syndrom kann wieder zurückgehen, wenn das Arzneimittel nicht mehr eingenommen wird.

Neben Medikamenten können auch giftige Stoffe für die Entstehung des sekundären Parkinson Syndroms verantwortlich sein. Hierzu gehören insbesondere Kohlenmonoxid und Mangan-Staub. Weitere Ursachen für das sekundäre Parkinson Syndrom sind Gehirnverletzungen, die durch Unfälle oder Tumore entstehen. Nicht selten löst auch ein Schlaganfall parkinsonähnliche Symptome aus. Bei Patienten mit ausgebrochenem Aids kann es zu einer Entzündung des Gehirns kommen, was Symptome von Parkinson auslösen kann.

Atypisches Parkinson Syndrom

Das atypische Parkinson Syndrom entsteht durch vorhandene Multisystem-Erkrankungen, bei denen andere Nervenerkrankungen im Vordergrund stehen. Es sind mehrere Hirnbereiche betroffen und somit auch die Symptome komplexer. In Frage kommen sowohl die Multisystematrophie (MSA), die Lewy-Körperchen-Demenz, die kortikobasale Degeneration (CBD) als auch die progressive, supranukleäre Blickparese (PSP). In der Medizin ist oftmals die Rede von Parkinson-Plus, da die Symptome nicht oder nur selten auf die Behandlung mit Dopamin ansprechen.

Die Symptome beim atypischen Parkinson Syndrom sind umfangreicher, da zu denen des idiopathischen Parkinson noch weitere hinzukommen. Eine umfassende Übersicht finden Sie im Menü-Punkt Parkinson Symptome.

letzte Aktualisierung: 15.10.2013